Martin Duligs Küchentisch in Grimma

Veröffentlicht am 03.12.2017 in Landespolitik

Etwa 40 Grimmaer Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung des SPD-Landesverbandes Sachsen und des SPD-Ortsvereins Grimma zum Gespräch am Küchentisch mit Martin Dulig und Petra Köpping am 27. November. Auftaktthema waren die Sondierungsgespräche zur Bildung der Bundesregierung. Petra Köpping stellte fest, dass in den bisherigen Gesprächen der Osten Deutschlands überhaupt keine Rolle gespielt hätte, und erinnerte daran, dass die SPD einen Gerechtigkeitsfonds in ihrem Wahlkampfpapier festgeschrieben hat. Die SPD „verkaufe“ ihre Leistungen zu wenig, konterte Frank Brinkmann, der als erster Gast am Tisch Platz nahm. Er beklagte eine Verselbständigung der Bürokratie. Tobias Nicolaus fragte nach der Haltung der SPD zur sächsischen Braunkohle. Martin Dulig als Sächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr bestätigte die positive Haltung zum Ausstieg, gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass dieser nicht von heute auf morgen zu bewältigen sei. Um langfristige, grundsätzliche Lösungen ging es auch bei den Themen Lehrermangel bzw. Sicherheit und Prävention. Beide Politiker forderten auch ein Umdenken bei den Sozialsystemen, z.B. den Renten. Doch zu wenig im Fokus der Politik stehe die Generation 20 Plus, stellte Tobias Nicolaus fest.
Viel Zustimmung erntete Petra Köpping, die langjährige erfahrene Kommunalpolitikerin, als sie die politische Notwendigkeit betonte, „Kümmererstrukturen“ wieder aufzubauen. Ortschaften, in denen die Menschen keine persönlichen Ansprechpartner mehr haben, sind nicht attraktiv. Das konnte Henning Olschowsky bestätigen, der im Ortsteil Mutzschen als Pfarrer arbeitet. Ihn beschäftigt die immer mehr auseinandergehende Schere zwischen Stadt und Land.
Zum erschreckenden Ergebnis der Bundeswahl brachte Petra Köpping ihre Sorge zum Ausdruck. „Wie gehen wir miteinander um? Die Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen fordert eine neue Kultur des Umgangs miteinander, des Ernstnehmens und der Begegnung auf Augenhöhe.“
Die Plätze für die Gäste am Küchentisch wurden nicht kalt. In den lebhaften Gesprächen kamen keine spezifischen Themen des Muldentals zur Sprache. Lässt sich daraus folgern, dass sich die Grimmaer sehr stark in die große, zumindest in die sächsische Politik eingebunden fühlen? Zumindest die aktiven Anwesenden bestätigten das auf positive Weise.
Der Abend wurde vom ZDF für „Standpunkte“ aufgezeichnet.

 

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